Einfach nur hoch

Zwischen den hastig hervorgebrachten Sprachfetzen hörte ich etwas heraus, was der gute Mann ständig wiederholte und das in etwa klang wie „Ekak“. „Earthquake – Erdbeben?“ riet ich ins Blaue hinein. Er nickte hektisch und schob das Wort nach, das wir umgehend verstanden: Tsunami. Wir fragten, was zu tun sei. Der Mann antwortete „Out, out! Up, up!“, was hieß, dass wir das Café umgehend verlassen und uns zu einer nicht näher definierten höhergelegenen Stelle begeben sollten.

Anflug von Panik
Als wir auf die Straße traten, rannten wir beinahe in eine Touristin hinein, deren weit aufgerissene Augen hektisch die Gegend sondierten und einen Anflug von Panik verrieten. Nun sahen auch wir uns um und wurden der Tatsache gewahr, dass auf den Straßen hektisches Treiben herrschte. Doch der Verkehr schien sich ausnahmslos in eine Richtung zu bewegen, hinaus aus dem Ort. Unsicher was zu tun ist und vor allem wie viel Zeit uns bleiben würde, entschloss ich mich, keinerlei Risiko einzugehen.
Ich verwarf jegliche Gedanken daran
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zu holen, zurück in unsere Bleibe zu gehen und Pässe oder Wertgegenstände zu holen, packte meine Freundin am Arm und wir eilten schnellen Schrittes in Richtung des nächsten Berges, die Küste und den Strand so schnell und so weit wie möglich hinter uns lassend. Umgehend erschienen die Bilder von der Tsunami-Katastrophe an Weihnachten 2004 vor dem geistigen Auge. Und diese ließen uns unsere Schritte beschleunigen.
Als wir auf die Hauptstraße kamen, begannen wir den Ernst der Lage allmählich zu erfassen. Hier herrschte das reine Chaos. Autos standen Stoßstange an Stoßstange und es ging weder vor noch zurück. Der Grund war ein Unfall, der sich unweit der Zufahrt zu unserer Ortschaft ereignet hatte und der den Verkehr zum Erliegen brachte. Die Fahrer wussten sich nicht anders zu helfen, als ihrer Unruhe durch lautstarkes Hupen Ausdruck zu verleihen. Wir eilten an den stehenden Autos vorbei, warfen einen kurzen Blick auf die Unfallstelle, an der sich der gestürzte Moped-Fahrer aber wieder zu berappeln schien und suchten einen Weg auf den Berg.
Nach einigen Blocks, die uns den Weg auf den Hügel versperrten, fanden wir sie, eine kleine Straße, die schnurgerade und ziemlich steil auf den Berg führte. Das war unser Weg und wir stürmten ihn eiligen Schrittes hinauf. Der Schweiß rann uns in Strömen von der Stirn doch das war egal. Nur eines war jetzt wichtig: Einfach nur hoch zu kommen.

Als die Straße unterhalb des Gipfels einen Bogen beschrieb und auf der anderen Seite wieder hinab zu führen schien, hielten wir an und sahen uns um. Wir standen inmitten einer Gruppe von Thais sowie einigen Touristen. Ein Blick nach unten auf die Ortschaft beruhigte uns etwas.

Überraschung im Wat Phutthaisawan

Die meisten Statuen zeigen den Buddha in der sitzenden Position. Die Hände liegen übereinander mit der Handfläche nach oben locker im Schoß. Dies symbolisiert die Meditation.

Der liegende Buddha. Die Statue liegt immer auf der rechten Seite, die rechte Hand unterstützt den Kopf, die linke liegt ausgestreckt auf der linken Seite. Es stellt den ruhenden Buddha dar.
Schon wieder mussten wir weiter, die nächste Station wartete. Im Wat Chai Watthanaram zeigte sich dann, weshalb die Chefin unseres Gasthauses uns diese Tour besonders zu dieser Tageszeit empfohlen hatte. Der baldige Sonnenuntergang über dem Wat, das nur noch in Ruinen besteht, tauchte die Gemäuer in eine magische Stimmung.
Das Licht bei
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spielte mit der Bausubstanz, den Mauern, den Stupas und steinernen Buddhas, sie schienen lebendig zu sein und man wollte sich für eine Weile niederlassen, um die Stimmung in sich aufzusaugen. Das ist der Nachteil solcher Touren, dass man nicht Herr über seine Zeit ist. Doch letztlich waren wir trotzdem alle begeistert und froh diese Bootsfahrt gemacht zu haben. Denn so ehrlich wollen wir sein. Keines dieser Wats stand auf unserem Plan, bevor wir nach Ayutthaya kamen. So hatten wir zwar für jedes davon nur 20 Minuten. Doch das war allemal besser, als sie gar nicht gesehen zu haben.
Als wir zurück in Richtung Anlegestelle und Nachtmarkt fuhren, knurrte uns allen ordentlich der Magen. Die Sonne ging unter, der ganze Himmel war in ein tiefes Lila gehüllt, von dem ich bis dato dachte, dass es nur auf nachbearbeiteten Postkarten existieren würde, und die Fahrt durch die Kanäle war wieder ein reiner Genuss.
Auf einmal drosselte unser Bootsführer seinen Außenborder und forderte uns dazu auf, nach rechts zu gucken. Wir trauten unseren Augen nicht. Mitten in der Stadt machte es sich ein kleines Krokodil am Ufer gemütlich. Ich musste an die Kinder denken, die wir zu Beginn im Wasser hatten spielen sehen und mir entfuhr ein „Jauser!“, während mir ein Schauder über den Rücken fuhr. Leider war es bereits zu dunkel um ein Foto zu machen, aber soviel war klar. Ein Bad im Fluss würden wir uns alle verkneifen.
Schlemmen auf dem Nachtmarkt
Als wir ankamen, dankten wir unserem Bootsführer für die tolle Tour und fanden auf dem Nachtmarkt schnell etwas zu essen. Ich kann nicht oft genug dazu raten. Wenn Sie in Südostasien unterwegs sind, gehen sie abends draußen essen. In vielen Straßen werden Grillstände aufgebaut, sie sind alle zu empfehlen.