Weiter ging es zum Khao Sok Nationalpark

Nun konnte es also losgehen. Nach kurzer Fahrt auf der kurvenreichen Straße geschah etwas, was für mich langsam zu einer Tradition zu werden drohte: Das kleine schwedische Mädchen neben mir erbrach sich in eine Plastiktüte. Prost Mahlzeit. Ich hatte noch nicht gefrühstückt und nun auch keinerlei Appetit mehr. Als wir zu unserer ersten Kaffeepause hielten, ging es ihr offenbar wieder besser, zumindest hielt sie eine riesige Eiswaffel in den Händen.

Bei diesem Stopp bekamen wir dann auch gleich einen Vorgeschmack auf das, was uns im weiteren Verlauf der Tour erwarten sollte. Es wurde zum Aufbruch geblasen und ich wartete auf meine Freundin, die noch schnell die Toilette aufsuchte. Ich gab dem Guide zu verstehen, dass es nicht lange dauern würde und mit einem freundlichen: „keine Sorge, lasst euch Zeit“, verschwand er Richtung Bus. Jedoch nur um eine Minute später wiederzukommen und uns zur Eile zu ermahnen. So viel zum Thema alle Zeit der Welt…
Tsunami Gedenkstätte
Unser nächster Halt war etwa auf halber Strecke zum Nationalpark mit
manon baptiste Laden
bei der Tsunami Gedenkstätte in Khao Lak, einer Ortschaft, die besonders hart von dem Tsunami an Weihnachten 2004 getroffen wurde. Zentrales und einziges Exponat hier ist ein Polizeiboot, das von der Flutwelle über zwei Kilometer weit ins Landesinnere gespült wurde. Dort wurde es als Mahnmal belassen. Ansonsten gab es lediglich eine Landkarte mit Opferstatistik zu sehen. Und einen Souvenirstand. Ob dieser lieblosen Gedenkstätte hielt sich die Betroffenheit, trotz des Bewusstseins um die verheerenden Auswirkungen dieser Naturkatastrophe, in Grenzen.
Dickhäuter
Weiter ging es zum Khao Sok Nationalpark. Der nächste Punkt auf dem Tagesprogramm sah Elefantenreiten vor. Ich blickte der ganzen Sache mit einem unguten Gefühl entgegen. Und dieses sollte sich auch nicht legen.
Wie beim Ponyreiten im Streichelzoo wurden die Elefanten, die allesamt eine Sitzbank auf dem Rücken trugen, zu einem erhöhten Holzsteg geführt, von dem aus wir uns mit Hilfe eines Taus auf die Rücken der Dickhäuter schwangen. Dann ging es eine Stunde lang im Gänsemarsch durch ein Flussbett in den Dschungel. In regelmäßigen Abständen kamen uns andere elefantenreitende Touristengruppen entgegen und es kam auf dem engen Pfad bisweilen zu einem regelrechten Verkehrsstau. Von der ersten Minute an überkam mich ein schlechtes Gewissen, sich auf diese Geschichte eingelassen zu haben.
Ich weiß nicht, wen diese Tour mehr deprimierte, die Elefanten oder mich. Die armen Tiere taten mir einfach nur leid, wie sie dort in Reih und Glied mit hängenden Köpfen und hängenden Ohren lustlos hintereinanderher trotteten. Auf halber Strecke erhielten die Elefanten im Bach eine wohlverdiente kalte Dusche und es wurde umgedreht, um auf demselben Weg zurückzukehren.