Die lange Geschichte einer kurzen Nacht

Ich werde daher einfach morgen erstmal Fußballtheorie und Taktik machen bevor am Mittwoch dann knallhartes Lauftraining ansteht. Für Donnerstag könnte evtl. vielleicht, unter Umständen ein Ball kommen. Wirklich dran glauben tue ich allerdings nicht.

Für morgen und übermorgen ist ein Großteil der Lehrer auf einem Seminar. Das bedeutet, das ich beide Tage komplett in der fünften bzw. sechsten Klasse bin. Den eigentlichen Stundenplan kann ich allerdings nicht erfüllen. Ich hatte zwar groß angekündigt “LL” (local language, also: Bemba) zu unterrichten, wird mir aber offensichtlich nicht richtig zugetraut. Daher wird es einfach zwei gemischte Tage mit Mathe, CTS, und anderen lustigen Beschäftigungsmaßnahmen, wie Deutschunterricht oder Musik geben.
Angefangen hat der ganze Spass damit, dass ich am Donnerstag morgen um halb neun morgens am Shopping-Center zur Arbeit abgeholt werden sollte. Ich ging also pünktlich um zehn nach acht los. Abgeholt wurde ich dann wie schon am Mittwoch pünktlich anderthalb Stunden zu spät um zehn Uhr. In der Zeit hab ich sinnlos in der Gegend rumgestanden und mal locker 30 Taxifahrern gesagt das ich kein Taxi benötige.
Naja dann auf zum HBC (Home bades Care), dem Projekt in dem ich diese Woche arbeitete. Leider war dort keine Arbeit für mich. Nachdem ich also bis 16 Uhr „a short rest“ hatte und den ganzen lieben Tag einfach nur in der Sonne gesessen und die beiden Wolken am Himmel beobachtet habe, bin ich dann nach Hause gefahren worden. Dann kurz zum Internet-Cafe, kurz einkaufen, heimgehen, Wäsche machen etc.. In kurz: Ich hatte einen langen, durchaus anstrengenden (da an der Sonne und wachgeblieben) Tag.
Abends wollte ich dann früh schlafen. Nach dem Abendessen bin ich ziemlich müde direkt ins Bett gegangen. Leider ist das Schlafen hier generell erst ab halb elf überhaupt möglich, da vorher der Fernseher hier auf der gefühlten Lautstärke von mind. 200 db läuft. Einfach leiser stellen ist wohl auch nicht möglich, da ja das Soundsystem verstellt und kaputt ist. Glaub ich zwar alles nicht ganz und ranlassen will mich Familie Saidi leider auch nicht, aber ok nicht weiter tragisch.
Nachdem also meine Gasteltern endlich im Bett waren und Schlaf eigentlich möglich sein sollte gab es ein 1A Konzert sämtlicher Hunde der Nachbarschaft. Alle Tonhöhen bei

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, alle Lautstärken. Wunderbar, Schlaf absolut unmöglich. Etwa um zwölf Uhr hatten sich die Hunde dann wohl ausgebellt und es war endlich ruhe. Allerdings war ich bis dahin dermaßen aufgebracht, dass ich wiederum lange Zeit brauchte um einzuschlafen….
Stolz und Pflichtbewusst, wie man ihn halt kennt, krähte dann der Hahn unserer Nachbarn pünktlich zum ersten Sonnenstrahl um HALB FÜNF!!! Vorbei war der Schlaf und weg waren all die süßen Träume. Langsam aber sicher wurde ich wirklich wütend.