Im Inneren der Insel

Doch zugegebenermaßen hatten wir den Dschungelspaziergang etwas unterschätzt, was jedoch auch an der Beschilderung liegen konnte. Als uns ein kleines Pappschild am Rande des Pfades darüber informierte, dass es nur noch 300 Meter zum Wasserfall seien, waren wir noch guten Mutes. Als wir nach einem weiteren halbstündigen Fußmarsch noch immer nicht unser Ziel erreicht hatten, fragten wir uns, wie lang 300 Meter denn wohl sei könnten.

Nach knapp einstündiger Wanderung fanden wir endlich den gesuchten Wasserfall, doch waren wir etwas enttäuscht und wir fragten uns, ob dieser Anblick die Mühe wert gewesen sei. Als wir uns auf den Rückweg machten, dunkelte es bereits und wir mussten zusehen, dass wir schnellstens aus dem Dschungel kamen, in dem wir offenbar weit und breit die einzigen Menschen waren.
So endete der Ausflug doch in einem kleinen Abenteuer, denn in der Zwischenzeit war der Pfad in der Dämmerung kaum noch zu erkennen und wir stolperten und kletterten mehr, als dass wir wanderten. Wenigstens bot sich mir dabei die Gelegenheit, meine ganze laotische Dschungelerfahrung ausspielend, mich zum kundigen Fährtensucher und letztlich zum Helden meiner langsam nervös werdenden Herzdame und Pandora Schmuck Chatzi
aufzuschwingen, indem ich uns, die Ruhe bewahrend, mehr oder weniger trittsicher aus dem Dickicht führte.
Wohlbehalten in der Zivilisation zurück, entdeckten wir, dass wir uns lediglich zum kleinsten der drei Wasserfälle begeben hatten. Ärgerlich, hatten wir uns doch auf ein Bad im großen Teich unterhalb des Hu Nam-Wasserfalls gefreut, der um einiges höher und wesentlich spektakulärer sein soll und unter dessen fallendem Wasser man sich herrlich massieren lassen kann. Vielleicht das nächste Mal.
Nach einem Monat ist es schon wieder so weit. Laos liegt hinter uns, es ist Zeit für ein Zwischenfazit. In 205 Tagen besuchten wir 58 Städte in zehn Ländern. Von Berlin nach Chiang Mai reisten wir über 25000 km in Zügen, Bussen und Autos, auf Schiffen, Mopeds und Tuk Tuks.
Die gute Nachricht der vergangenen Fazits wird immer besser. Unser Budget erholt sich unaufhaltsam. Unsere tatsächlichen Ausgaben von 14.483 Euro nähern sich immer mehr dem Soll von 13.530 Euro an. Wir sind also bei stolzen 107%, bzw. nur noch 953 Euro über Soll. Dazu haben vor allem zwei Dinge beigetragen. Erstens konnte ich mein Moped in Vang Vieng gut verkaufen, die 300 Dollar, die ich bekam, glichen zusammen mit den 100 Dollar für Michael Moped die 440 Dollar für die Gibbon Experience fast völlig aus.
Zum anderen verbrachten wir den Monat zur Hälfte getrennt, da Peer nach Thailand vorreiste um sich dort mit seiner Freundin zu treffen. Zwar rechnete ich alle meine Ausgaben in der Zeit doppelt in die Statistik ein, in der Annahme, dass wir ohnehin alles zusammen gemacht hätten, dennoch gab ich in der Zeit weniger aus, als wir das zusammen getan hätten.