Das dritte Neujahrsfest unserer Reise

Dankeschön, ich habe nur vor lauter Begeisterung die Fakten völlig vergessen. Das laotische Neujahr heißt Pbeemai oder Songkan und wird jedes Jahr vom 13.-15. April gefeiert, gemeinsam mit Kambodscha, Thailand, Burma und Teilen Chinas. Der 13. ist der letzte Tag des alten Jahres, dort wird traditionell das Haus und der Ort gereinigt um sie für die Feierlichkeiten vorzubereiten. Der 14. ist ein Brückentag, der weder zum alten, noch zum neuen Jahr gehört und den Höhepunkt der Feierlichkeiten darstellt. Der 15. ist der erste Tag des neuen Jahres.

Zu den Feierlichkeiten gehört auch, dass man Buddha Statuen gründlich reinigt, denn das soll einem Glück im neuen Jahr bringen. Es wurde zu einer Tradition sich hernach mit dem Wasser, was dazu genutzt worden war, gegenseitig zu segnen. Daraus entstand über die Jahre die heutige Wasserschlacht. Also. Ich bitte meine kopflose Begeisterung zu entschuldigen…
Sabaidee Pbeemai ??
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Es ist das dritte Neujahrsfest unserer Reise. Und das Nasseste von
seidensticker hemden Kurz
, das ich je erlebt habe. In Laos wird das neue Jahr mit einer dreitägigen Wasserschlacht zelebriert, die sich gewaschen hat. Wer glaubt, trocken von A nach B zu kommen kann nur Tourist sein. Und irrt.
Ich sah sie nicht kommen. Auf einer staubigen Straße fuhr ich durch das Hinterland von Vang Vieng, hatte mehr Augen für die Gegend als für die Dorfstraße, als die Gruppe mich angriff. Ihr Anführer, ein etwa sechsjähriger Junge mit einem Gewehr, dass größer war als er selbst, hatte sich eine strategisch günstige Position ausgesucht und koordinierte seine Truppen minutiös. Als Ablenkung fungierte ein kleines winkendes Mädchen. Hinterhältig.
Ich bremste ab um zurück zu winken, doch genau darauf hatte die schnelle Angreiftruppe gewartet. Von drei Seiten griffen sie gleichzeitig an. Der erste Schuss traf meine linke Schulter, der zweite mein rechtes Bein. Als ich aufblickte, sah ich sie vor mir stehen. Die schwere Artillerie. Lässig mit einem Gartenschlauch von monströsen Ausmaßen bewaffnet, stand der kleine Kerl auf einmal mitten auf der Straße.

Und lächelte. Siegessicher. Es war zu spät für coole Kommentare oder einen letzten Gruß an meinen Schöpfer. Er traf mich mitten in der Brust, trat lässig wie ein Torero einen Schritt zurück um mich wie seinen tödlich getroffenen Stier durchzulassen. Selbstverständlich schoss er mir sicherheitshalber noch einmal in den Rücken. Genau wie alle seine Freunde. Dann schrien sie mir ihre Siegesparolen hinterher: „Sabaidee Pbeemai“, was mir später mit „Frohes neues Jahr“ übersetzt wurde.